Revolution fliegen


Allgemeines
Vierleiner werden mit, wie der Name schon sagt, vier Leinen, die an zwei Griffen befestigt werden, geflogen. Mit Bewegungen aus dem Handgelenk werden die Griffe gedrückt (zum Drachen gekippt) oder gezogen (vom Drachen weggekippt) um den Anstellwinkel des Drachen zu beeinflussen. Werden beide Griffe gezogen gehalten steigt der Drachen, bei gedrückter Haltung beider Griffe sinkt der Drachen. Für erweiterte Flugfiguren kommen zu den Bewe- gungen aus dem Hangelenk auch noch Armbewegungen. Bei Kombination von einseitig gedrückter und auf der anderen Seite gezogener Haltung der Griffe dreht sich ein Vierleiner um den Mittelpunkt. Diese Bewegung nennt sich Spin oder Propellerspin.

Welcher Drachen?
Klassiker unter den Vierleinern ist der Revolution. Obwohl er durch seine Asymmetrie einige Nachteile hat (fliegt z.B. vowärts schneller als rückwärts, neigt zum Einklappen beim Rückwärtsflug) ist er der wohl meistgeflogene Vierleiner der sich auch im Wettbewerb durch seine guten Allroundeigenschaften und Präzision bewährt hat.
Den Rev gibt es offiziell in den Varianten Revolution I (2,7 m Spannw.), Revolution II (2 m Spannw.) und Revolution 1.5 (2,4 m Spannw.). Der Revolution II ist mittlerweile nicht mehr erhältlich. In diesem Jahr sind als neue Modelle der Shockwave und Supersonic auf den Markt gekommen. Diese Zeichnen sich durch hohe Geschwindigkeit ("Speed-Series") und ein paar witzige Tricks aus. Der Rev 1.5 wurde durch eine SLE-Variante erweitert, die sich durch den stabileren Leitkantenstab auszeichnet, der auch in den Shockwave- und Supersonic-Modellen eingesetzt wird (12 mm Durchmesser!!).
Beim Revolution lohnt sich der Selbstbau, da die Modelle auf Grund des Importes aus USA und der sehr aufwendigen Stäbe (mehrfach gewickelt und äußerst stabil) recht teuer sind. Es gibt einige Bauanleitungen und Maßskizzen, nach denen die Modelle Rev I und II gebaut werden können. Eine von mir erstellte Zwischengröße, die auf 82,5 cm Stäben basiert, ist als Bauanleitung im Fachhandel erhältlich. Einige Änderungen und Erweiterungen zu diesem Modell werde ich zum Download demnächst anbieten.
Für Anfänger sind unbedingt die größeren Drachen empfehlenswert (II, 1.5, 1.2), da diese sich durch ihre Trägheit zu besser fliegen lassen. Der Rev II ist für den Anfang oft zu schnell und nervös zu fliegen, aber mit 6 mm Gestänge und der geringen Fläche sehr günstig zu bauen.

Die ersten Flugversuche

Zum Fliegen wird der Drachen aufgebaut und die Schnur abgewickelt. Zum Abwickeln der Schnur werden die Griffe am Boden durch einen Hering, Stick oder Bodenanker gehalten. Für Einsteiger ist eine Schnurlänge von 25 m empfehlenswert. Alle Schnüre sind gleich lang. Die Schnurstärke sollte um 45 daN liegen, stärkere Schnüre benötigt man selten, eher dünnere für den Flug bei wenig Wind, und, was sehr wichtig ist: die Schnüre müssen sehr glatt sein. Es ist zu bedenken, das hier bei Loopings oder Spins vier Schnüre ineinander verdreht werden. Die Schnüre werden am Drachen befestigt und der Rev möglichst mit der Leitkante (das ist die gerade Kante) nach unten aufgestellt, die Spitzen des Segels werden leicht in Windrichtung gekippt aufgestellt. Damit ist der Drachen besser gegen ungewolltes, alleiniges Starten gesichert.
Für den Anfang ist es wichtig gleichmäßigen Wind um 2 - 3 Stärken zu haben. Das erleichtert den Einstieg ungemein. Gerade bei ungleichmäßigen Winden, die gegen Null gehen, kann der Flug mit Vierleinern zum Streß werden, da das Teil andauernd vom Himmel fällt. Bei konstantem Wind hingegen werden die Bewegungen in den Griffen sofort umgesetzt und es ist so möglich die ersten Manöver besser zu üben.

Der Start

Zum Start wird der Drachen mit einem kurzen, ruckartigen Zug beider Griffe in Bewegung gebracht und sollte dann zügig abheben. Für die erste Versuche ist es sinnvoll sich zu merken, das die Ellenbogen seitlich am Brustkorb "verankert" sind. So kommt keine Gefahr auf die Hände wie beim Zweileiner zu bewegen.

Die ersten Flugmanöver

Erste sinnvolle Übungen sind der Vor- und Rückwärts-Flug mit waagerecht stehender Leitkante. Dabei sollte man auch versuchen, den Drachen in der Schwebe zu halten. Wenn das funktioniert sind die ersten Drehungen und Spins dran. Nicht verzweifeln, wenn der Drachen einige Male vom Himmel fällt. Jeder fängt mal an...
Um die ersten Schritte zu verdeutlichen habe ich eine Anleitung auf einer Seite zusammengestellt, die ich zum Download anbiete.
Viel Spaß erst mal. Die Seite wird bei Gelegenheit erweitert, verbessert und geändert.